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1991

Akim Bartel, Jens Boeck und Jürgen Malze beginnen mit Proben und spontanen Auftritten auf der Straße und bei kleineren Festen unter dem Namen Drei Liter Landwein. Der Bandname kommt von der Aufschrift eines Behälters aus Mutter Malzes Apotheke, der bei verschiedenen Auftritten gesichtet wurde. Gespielt wird deutscher Folk a la Zupfgeigenhansel, Wacholder oder Liederjan. Das Instrumentarium besteht aus Gitarre, Mandoline und Flöte, gesungen wird aber auch schon mal dreistimmig.



1992

Jürgen Malze zieht es ins Ausland, nach Sachsen Anhalt. Er verlässt Brandenburg und die kleine Band, die nun eine Miniband ist. Der verbliebene Rest sammelt fleißig Material und probt, versäumt aber auch nicht aufzutreten.

1994

Uwe Herbst kommt in die Band (Gitarre, Mandoline, Flöten). Er hat jahrelange Folkerfahrung sowie sichere und flotte Hände auf seinen Instrumenten. Die Möglichkeiten der Band sind erweitert und erste Arrangements, die den Namen auch verdienen, entstehen.

Die Band erweitert ihr Instrumentarium. Es wird in einen ganzen Satz Rauschpfeifen von Bodo Schulz aus Berlin investiert. Nicht nur Jens Boeck und Uwe Herbst greifen dort vermehrt zu, sondern auch Gastmusiker Helfried Weidner, ein Denkmalschützer, den es später auch nach Sachsen Anhalt zieht.

1995

Bartel, Boeck, Herbst und Malze (für 14 Tage reaktiviert) fliegen mit Instrumenten nach Irland. Sie spielen jeden Abend in einem anderen Pub. Die Leute sind von der Musik begeistert und die Band über die Leute. Gezahlt wird mit Bier, mit viel Bier. Eine neue Liebe ist da. Fortan wird Irish Folk gespielt. Eine Irish Bouzouki kommt als Instrument hinzu.

Hans-Jürgen Taube stößt zur Band. Er war Chorleiter am Kleist-Theater in Frankfurt(Oder), ist Lehrer für verschiedene Instrumente und bringt langjährige Erfahrung aus Klassik, Pop und Folk mit. Beim musikalischen Gelage spielt er zunächst Gitarre, Bass und Akkordeon.



Taube und Bartel arbeiten in der Folgezeit sehr intensiv an den Arrangements des alten Repertoires, an neuen Stücken und an eigenen Kompositionen.

Es beginnt die andauernde Zusammenarbeit mit dem Textdichter Henry-Martin Klemt.

1996

Norbert Rahmlow hört die Band und lädt sie ein, auf seiner Ost-Musikmesse im Berliner Fernsehturm zu spielen. Die Landweine sind zwar nicht gleichzeitig auf einer Bühne mit Puhdys, Karat und Gerd Michaelis, aber immerhin auf ein und demselben Plakat. Rahmlow ist vom Auftritt der Band begeistert und bietet eine CD-Produktion an.

Im winterlich kaltem Herbst in Münchehofe bei Berlin produziert Horst Krüger Titel um Titel die Aufnahmen zur ersten CD der Landweine. Die täglich zwölfstündige Arbeit ist hart, die Erfahrung grandios. Nach fünf Tagen sind 70 Minuten eingespielt. Abgemixt wird an zwei Tagen nach vierzehntägigem Abstand.

1997

Akim Bartel und Ralf Siegfried entwerfen das Cover für die erste Landweinscheibe.

Im späten Frühjahr wird die CD ”Schenk ein!” durch EastSideStoryRecords veröffentlicht. Neben einigen Promotion- Veranstaltungen gibt es Ende Juni die CD-Release-Party in Frankfurt(Oder). Besonderer Knüller ist die limitierte Auflage mit einer Flasche umbrischen Rotweins.

schenk ein - unsere erste CD


Thomas Strauch kommt zur Band. Er spielte vorher Bass in einer Rockband, was er fortan auch nicht lässt. Bei den Drei Litern gibt er fortan den Rhythmus an. Er spielt Bodhrán, was der irischen Musik mehr tänzerische Frische verleiht.

Der Verkauf der CD schleppt. Rahmlows Vertriebskonzept, Verkauf über seine eigenen Plattenläden, geht nicht auf, auch weil er mit seinen Firmen ins Straucheln gerät. Die Band kauft später den gesamten Restbestand auf und vertreibt die Scheiben selbst.

1998

Die irische Musik beginnt sich etwas totzulaufen. Die Band sucht eine neue Herausforderung. Man recherchiert nach Notenmaterial und hört viele CDs. Das Wort Mittelalter macht die Runde. Es wird beschlossen, diesen Weg einzuschlagen. Das hat Auswirkungen auf das Instrumentarium. Das Akkordeon zieht sich aus dem Konzertprogramm zurück, taucht aber punktuell später bei den Tanzereien wieder auf. Djembe und Trommeln drängen die Bodhran erst mal in die zweite Reihe. Ein scheinbar unspielbares Mandoloncello wird gängig gemacht.
Bei alledem gibt es Probleme. Die Musik anderer Mittelalter- Bands klingt oft sehr eintönig, zudem gefallen entweder die Texte oder die Melodien nicht. So wird viel recherchiert, bearbeitet, arrangiert und komponiert. Gerade auf den vielstimmigen Gesang will die Band nicht verzichten. Es entsteht Mittelaltermusik, aber anders als man es von lauten Dudelsack- Trommel- Formationen zahlreicher Mittelaltermärkte kennt.

Drei Liter Landwein werden angefragt, ob sie in der Lage sein, einen Abend mit Musik zu einem Folktanz zu füllen. Natürlich! Jetzt aber flinke Füße und schnell etwas zusammengestellt und geprobt! In Frankfurt gibt es zwei Leute, die sich mit Folk- Tanz beschäftigen, Claudia Tröger und Lutz Cassol. Mit ihnen als Vortänzer und Schritterklärer wird der Abend ein voller Erfolg und macht Lust auf mehr. Die beiden gründen später die Gruppe Tanzbein, nicht von ungefähr ein Wort nah am Landwein.

1999

Um mittelalterlicher zu klingen ist es nötig neue Instrumente einzusetzen. Ein Dudelsack (Rauschpfeife in G) und  eine Drehleier werden angeschafft. Boeck und Taube absolvieren Kurse und nerven Familie und Nachbarschaft.

Drei Liter Landwein spielen beim Tanz- und Folkfest in Rudolstadt.

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2000

Landwein und Tanzbein etablieren eine regelmäßige Reihe von Folk-Tanzveranstaltungen. Die Abende haben immer ein eigenes Thema, sind länderbezogen, zeitlich gerahmt oder stellen eine Art des Tanzes in den Mittelpunkt. Als der räumliche Rahmen gesprengt ist und das Kleistforum erbaut ist, zieht das Unternehmen Folk-Tanz in den größten Kulturtempel der Stadt Frankfurt(Oder).

2001

Im Juni nimmt Drei Liter Landwein erstmals an den 21. Internationalen Hansetagen der Neuzeit teil. Etwa 100 Hansestädte sind vor Ort. Ein vielfältiges spartenreiches Festival erwartet uns. Unvergessen ist die durchgespielte Nacht mit der finnischen Band Comissatoris in einer Rigaer Kneipe.

Ebenfalls im Juni spielen wir beim ersten Domfest in Havelberg. In den folgenden Jahren entwickelt sich daraus eine schöne Tradition und eine Freundschaft mit den Organisatoren.

2002

Landwein und Tanzbein spielen und tanzen bei den 22. Hansetagen in Brügge. Der Einsatz und die Spielfreude sind groß, die Resonanz auch. Die Band und die Tanzbeine haben den Auftrag für die Teilnahme möglichst vieler Hansesädte beim 23. internationalen Hansetag 2003 in Frankfurt(Oder) zu werben.

Die Band beschließt, eine zweite CD einzuspielen. Das Repertoire kommt auf den Prüfstand. Es wird viel gefeilt, arrangiert und geprobt. In die engere Wahl kommen 30 Titel, viel zu viel. Ungewöhnlich ist das Zusammenspiel ohne Gesang, aber da müssen alle durch. Der spätere Titelsong der Scheibe ist erst kurz  vor dem Studiotermin komponiert. Ob das gut geht?

2003

Im Studio von Hermann Naehring in Regenmantel entstehen die Aufnahmen für die zweite Landwein-CD. Die Titel werden bis auf eine Ausnahme live eingespielt. Overdubs gibt es nur, wenn ein Spieler ein zusätzliches Instrument einspielt und für den Gesang. Das setzt ein gehöriges Maß an Konzentration und gute Vorbereitung voraus, ist aber zum Teil auch recht nervig. Naehring und die Band versprechen sich davon frischere Aufnahmen. Nach einer Woche reisen die Landweine gut gelaunt ab. Zwei Titel werden noch über Bord geschmissen, der Rest in eine sinnige Reihenfolge gebracht. Das Mastern der CD zieht sich durch das ganze Jahr. Für das Layout steuert die Zeichnerin Barbara Honauer einige sehr überzeugende Bilder bei, die dann mit Hilfe von Ralf Dylanski so bearbeitet werden, daß sie letzthin das gesamte Äußere der CD beeinflussen. Pünktlich einen Tag vor Jahresende wird die fertige Scheibe dann geliefert.



Im Rahmen der Feierlichkeiten zur 750 Jahrfeier in Frankfurt (Oder) singen wir bei dem Projekt der ”Frankfurt AllStars” gemeinsam mit Musikern aller Stielrichtungen die Frankfurter Hymne ”Jetzt sind wir hier” ein und steuern für die daraus entstandene Doppel-CD die Songs ”Bald Anders” und ”Es, es, es und es” bei.

Anfang des Jahres Beginn der Zusammenarbeit mit dem Extra Chor des ehemaligen Kleist-Theaters Frankfurt(Oder). Gemeinsam entwerfen Band, Tanzbein und Chor eine Choreographie für ein mittelalterliches Bühnenprogramm. Das besondere ist, dass die drei künstlerischen Komponenten nicht starr nebeneinander agieren, sondern sich funktionell und visuell miteinander vermischen. Die Uraufführung findet anlässlich der 23. internationalen Hansetage der Neuzeit in Frankfurt(Oder) in der reichlich gefüllten Marienkirche statt. Das Programm wird einige Male aufgeführt und erweist sich als echter Renner. Die Beteiligten beschließen, ein Video zu produzieren und das Programm großflächig anzubieten.

”Landwein macht das Dutzend voll” ist der Titel der Feier zu unserem zwölften Bandgeburtstag. Die Fete fand im völlig überfüllten Hopfenboden des Oderspeichers statt und auch wenn nicht alle, die wir einluden kommen konnten war es ein Fest, dass wir so schnell nicht vergessen werden. Danke Leute!

Ende des Jahres verläßt Hans-Jürgen Taube die Band.

Ebenfalls zum Ende des Jahres stößt Evelin Schulz zu uns. Mit ihr nähern wir uns musikalisch jetzt dem skandinavischen  Raum, gucken ein Stück weit gen Osten und spielen auch wieder einige irische Stücke.

2004

Am 14. Januar wird unsere neue CD ”Bald Anders” geliefert und wir beginnen damit sie zu vermarkten.

Bald Anders - unsere zweite CD


Das zweifellos schönste Erlebnis in diesem Jahr hatten wir beim Besuch des 24. Internationalen Hansetages in Turku (Finnland), als wir mit unseren in Riga gewonnenen Freunden, den Comissatoris zusammentrafen und beinahe bis zum Dunkelwerden spielten.

Drei Liter Landwein spielen zum zweiten Mal beim Tanz- und Folkfestival in Rodolstadt. Am beeindruckensten war unser Konzert auf dem Hof in der Weinbergstraße 4, dem wohl mit Abstand schönsten Auftrittsort in Rudolstadt.

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2005

Ende Januar spielen wir beim ersten Festival “Folk im Fluß”, daß Thomas organisiert und über die Jahre als feste Größe in Frankfurts Kulturkalender etablieren konnte.

Nach einem letzten Konzert im Februar verläßt Evi zu unser Aller Leidwesen die Band. Auf diesem Wege nochmals vielen Dank für das gute Jahr und deinen frischen Wind.

Musikalisch wenden wir uns wieder mehr der irischen Musik zu, ohne unsere Lieblingslieder aus dem Rest Europas zu vergessen.

Auch in diesem Jahr vertreten wir Frankfurt (Oder) wieder würdig beim Internationalen Hansetag der Neuzeit, dieses Mal in Tartu (Estland). Als besonderes Erlebnis läßt sich erzählen, daß uns Zehntausende auf dem Marktplatz zujubelten und daß wir die Bekanntschaft mit den schönsten Flötistinnen der Welt machen konnten.

Im September spielen wir live bei der ”Deutschlandrundfahrt” im Deutschlandradio Kultur.

2006

Zum nunmehr sechsten Mal vertreten wir Frankfurt (Oder) beim Hansetag. In diesem Jahr sind wir in Osnabrück. Noch heute werden wir manchmal angesprochen, wie intensiv unsere Sessionabende am Stadt der Frankfurter Delegation waren.



2007

Wiedereinmal fangen wir an unser Repertoire zu überarbeiten und teilweise komplett neu zu arrangieren.

Im Juli spielen wir auf dem Potsdamer Theaterschiff im polnischen Gorzow.

Auch wenn wir nie auf ihm unterwegs waren sind wir doch dabei, als der “Jacobsweg” in Frankfurt (Oder) seine Weihen bekommt.

2008

Im März sind wir das erste Mal zu Gast beim “Tanzhaus” in der WABE in Berlin und bespielen gemeinsam mit den wundervollen “Chablis” ein überaus tanzwütiges Publikum.

2009

Am 18. Dezember feiern wir mit einem Konzert im wunderbaren Streganz unseren 18. Bandgeburtstag. Wir sind jetzt endlich erwachsen und dürfen auch mal einen über den Durst trinken :-)